Mit freundlicher Genehmigung der NOZ hier die Berichte zur 1175-Jahrfeier
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 25.05.2011
Wie alt ist Hasbergen wirklich?
hpet Hasbergen
Hasbergen. Hasbergen feiert in den nächsten Tagen sein 1175-jähriges Bestehen. Es könnte aber genauso gut erst 1120 Jahre alt sein. Genau weiß das heutzutage niemand mehr.

Erkennen Sie die Umgebung? Dort oben auf dem Berg entsteht gerade das Backsteinhaus, das später einmal Rathaus werden soll. Daneben die Christuskirche, dorthin führt die damals noch baumreiche Martin-Luther-Straße.
Die Entstehungszeit: Gelebt haben Menschen am Hüggel schon vor 2500 Jahren. Das belegen Ausgrabungen. Aber für die Geschichtsschreibung bedarf es keiner Menschen, es bedarf einer Urkunde. Hasbergen oder „Hasburgen“, wie es zu dieser Zeit wohl hieß, beruft sich auf eine Urkunde des Klosters Corvey. Im Wortlaut steht dort: „Wydo schenkt in Vertretung des Alfrichs zum Seelengedächtnis des Abbo eine halbe Hufe (drei bis fünf Hektar, die Red.) in Hasburgen an das Kloster Corvey.“
Nun könnte diese Urkunde aus dem Jahr 836 stammen, dann wäre Hasbergen tatsächlich mindestens 1175 Jahre alt. Sie könnte aber auch erst 891 entstanden sein, dann wäre Hasbergen eventuell nur 1120 Jahre alt.
Über den Grund für die Schenkung an das weit über 100 Kilometer entfernte Kloster Corvey kann heute nur spekuliert werden. Bürgermeister Frank Stiller, der sich mit der Hasberger Geschichte befasst hat, vertritt die Ansicht, dass es besagtem Wydo darum ging, die Gunst der Kirche zu gewinnen, um dem Fegefeuer zu entgehen.
Der Name: Gesichert ist auch hier nichts, aber es scheint zumindest festzustehen, dass nicht der Fluss Hase Pate stand. Vielmehr leitet der Experte Hermann Jellinghaus das „Has“ vom altniederdeutschen „Hers“ bzw. „Hors“ ab, das Ross bedeutet. Daraus hat sich wahrscheinlich auch der Name von Gut Haslage entwickelt, einer Wasserburg, die im Südwesten des Ortes gelegen war und 1945 abgebrannt ist. Von der Nähe zum Pferd zeugt noch heute das Hasberger Wappen, das neben Hammer und Schlegel auch ein Hufeisen ziert.
Das Mittelalter: Die Informationen über die ersten Jahrhunderte Hasbergens bleiben genauso diffus wie die Umstände seiner Entstehung. Der überwiegende Teil der Landbevölkerung konnte nicht schreiben, so existieren auch keine Aufzeichnungen über die Zeit. Außerdem geht es hier auch nicht etwa um Tausende von Bewohnern in einer organisierten Umgebung. Das Gebiet, das heute Hasbergen ist, wurde von wenigen Hundert versprengten Bauern und Lehnsleuten bevölkert.
Der Bergbau: Der Hüggel übte schon sehr früh eine Anziehungskraft auf die Machthaber aus. Ende des 12. Jahrhunderts stritten sich Kaiser Friedrich Barbarossa und der Bischof um die Verfügungsgewalt. Sie vermuteten darin beträchtliche Silbervorkommen, daher hat auch der Silbersee seinen Namen.
Wie groß die Vorräte wirklich waren? Wieder nur Vermutungen. In seiner Ortschronik schreibt Kurt Schüttler, dass die Ausbeute gering gewesen sein müsse. Bürgermeister Stiller glaubt eher an die These, dass man mehr aus dem Hüggel herausgeholt habe, als bekannt ist. Wie sonst hätte der in regelmäßigen Abständen geplünderte Osnabrücker Domschatz immer wieder aufgefüllt werden können?
Mitte des 19. Jahrhunderts war aber wohl endgültig Schluss mit dem Silberabbau. Danach wurde nach Zink gesucht – mit eher bescheidenen Ergebnissen.
Wesentlich erfolgreicher war die Erzgewinnung. Sie begann anscheinend schon vor rund 2000 Jahren, zumindest deuten darauf Schlackereste im damals zu Hasbergen gehörenden Leeden hin. Und die Sagen über die Hüggelzwerge entstanden wohl auch schon vor gut 500 Jahren.
Industriell wurde hier spätestens mit dem Einstieg der Georgs-Marien-Hütte vor 151 Jahren abgebaut. Aus dieser Zeit stammt auch die Bahnlinie, die Hasbergen noch heute mit GMHütte verbindet. Im selben Zeitraum erfolgte auch der Bahnanschluss in Richtung Osnabrück. Denn für die Öfen der Hütte musste Kohle herangeschafft werden – und selbstverständlich der Stahl in die Welt. Von dem für Wanderer interessanten Naherholungsgebiet, das der Hüggel heute darstellt, war er damals wegen des Erzabbaus weit entfernt.
Schulen und Kirche: Größere Bedeutung hatte Hasbergen als Ort lange Zeit kaum. Es war eine Bauerschaft ohne Kirche oder Schule. Die Schulen kamen im 18. Jahrhundert, die evangelische Kirche, die heute Christuskirche heißt, wurde 1901 eingeweiht. Etwa gleichzeitig entstand die katholische Kapelle am Wulfskotten.
Der Augustaschacht: Ursprünglich war der Augustaschacht in Ohrbeck 1819 für die Erzgewinnung eingerichtet worden. Im 2. Weltkrieg diente er aber als Straflager und Arbeitserziehungslager der Gestapo. Heute beherbergt er eine Gedenkstätte.
Der Zusammenschluss: Im Jahr 1971 wurde aus Hasbergen, Gaste und Ohrbeck „Hasbergen“. Der Anstoß dafür kam vom Land, das Gemeinden unter 7000 Einwohnern als nicht lebensfähig ansah. Gleichzeitig verlor Hasbergen aber einen Teil seines Gebietes an Hagen und GMHütte. Denn früher stand das Haus Ohrbeck tatsächlich in Ohrbeck, die Grenze bildete die heutige Sutthauser Straße. Hasbergen hatte damals 7200 Einwohner. Heute ist ihre Zahl auf 11400 angewachsen.
Quellen: „Hasbergen im Landkreis Osnabrück“ vom ehemaligen Gemeindedirektor Kurt Schüttler; Kultur- und Verkehrsverein; Gemeinde Hasbergen
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 26.05.2011
Hasbergen: Der Feiermarathon beginnt
hpet Hasbergen
Hasbergen. Auch wenn auf den ersten Blick alles so scheint wie jedes Jahr: Heute startet in Hasbergen nicht nur das Weinfest mit dem Volkslauf. Es ist auch der Auftakt zu einem zehntägigen Feiermarathon zum 1175-jährigen Bestehen.
Bis einschließlich nächsten Sonntag, 5. Juni, findet in der Hüggelgemeinde jeden Tag eine Veranstaltung statt. Mal wird Doppelkopf gespielt (Montag), mal der Schützenkaiser gekrönt (Mittwoch), mal Mittelalterliches und Ländliches geboten (ab Donnerstag), und immer ist Musik dabei.
Heute Abend aber bleibt es zunächst sportlich und später weinselig wie in den vergangenen Jahren auch: Um 19 Uhr startet die „Nacht von Hasbergen“, ein Volkslauf durch die Straßen der Gemeinde. Neben einigen kleineren Nebenstraßen ist auch die Tecklenburger Straße von der Sperrung betroffen. Das Teilstück vom Kreisel bei den Verbrauchermärkten bis zur Einmündung Schulstraße wird in der Zeit von 18 bis 22 Uhr für Autos unbefahrbar sein. Die Umleitung erfolgt über Schulstraße und Berliner Straße.
Auch der Busverkehr ist betroffen. Die Stadtwerke-Busse aus Richtung Gaste enden statt an der Haltestelle Ortszentrum bereits am Bahnhof. Größer sind die Auswirkungen auf die Linie 493 von Weser-Ems-Bus. Normalerweise führt die über den Haarlammert-Kreisel in den Ortskern und von dort aus über Schulstraße und Berliner Straße wieder auf die Osnabrücker Straße Richtung Natrup-Hagen. In der Zeit von 18.30 Uhr bis 22 Uhr muss dieser Schlenker entfallen. Die Busse fahren durch den Trog und über Wulfskotten nach Natrup-Hagen. Erst die Nachtbusse nehmen wieder die ursprüngliche Route.
Das 22. Hasberger Weinfest beginnt um 21 Uhr. Für die Stimmung ist DJ Malte Frauenheim zuständig.
Am Samstag geht es im Festzelt am Tomblaine-Platz ebenfalls ab 19 Uhr los. Für 10 Euro können die Besucher dann bei der 3. Hasberger Jungweinprobe die nötige Lockerheit für den Tanzabend mit der Showband „Sound Express“ (ab 21 Uhr) erwerben.
Mit einem Frühstücksbuffet öffnet das Zelt am Sonntag schon um 9.30 Uhr. Dieses mündet in den Auftritt von Peter Petrel und dem JazzKammerGut. Nach dem Mittagessen geht es musikalisch weiter mit dem Akkordeonorchester Ibbenbüren. Nach der Ziehung der Presie der Reisetombola (16.30 Uhr) klingt der Nachmittag langsam aus.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 29.05.2011
Junge Weine und Musik sorgen für gute Stimmung in Hasbergen
hpet Hasbergen
Hasbergen. Der Auftakt zum Hasberger Jubiläums-Feiermarathon ist gelungen. Trotz mittelmäßiger Witterung war das Weinfest im Zelt am Tomblaineplatz gut besucht.

Bühnen-Routinier: Beim Hasberger Jazzfrühstück sang Peter Petrel. Foto: Uwe Lewandowski
Es ist Samstagabend, es ist kurz nach acht Uhr, es ist Jungweinprobe. Die meisten Plätze im gemütlichen Festzelt sind besetzt. Am Mikrofon steht der für den Weißburgunder Kabinett in den Gläsern verantwortliche Winzer Jürgen Pfaffmann. Er doziert über Land-, Tafel-, Qualitäts- und Prädikatswein, doch der beträchtliche Geräuschpegel verrät, dass nicht bei allen die notwenige Konzentration vorhanden ist. Die Praxis hat die Theorie längst überholt. Immerhin befindet sich das Zelt schon bei Glas fünf von sieben.
Draußen regnet es sich gerade ein, doch drinnen ist die Stimmung gut. Am Tag zuvor war sie noch besser. „Das Zelt war brechend voll.“ Ungefähr so beschreiben es alle, die am Eröffnungsabend dabei waren und am Tag danach wiedergekommen sind. Bis drei Uhr hatte DJ Malte Frauenheim die Laune hoch gehalten – und natürlich die Erzeugnisse der fünf Winzer und der beiden hiesigen Weinhändler.
Sieben Weinanbieter, siebenmal 0,1 Liter. Das ist die Formel für die Jungweinprobe. Pinot Grigio, Bacchus, Riesling-Sekt, Spätburgunder Weißherbst sind schon Geschichte, Riesling Classic und eine süße Spätlese namens Zeltinger Sonnenuhr stehen noch bevor. Bis auf die Sonnenuhr stammen sie alle aus 2010 und verdienen sich damit das Prädikat Jungwein.
Nachdem in der siebten Runde die süße Sonnenuhr geschlagen hat, beendet auch die Kapelle des Osnabrücker Ratsgymnasiums ihre Arbeit, und räumt die Bühne für den „Sound Express“ aus Hilter. Das Duo zeigt gleich, wohin der Weg gehen soll: Andrea Bergs „Schenk mir einen Stern“ zieht die ersten Paare auf die Tanzfläche.
„Um halb drei haben wir gestern abgebaut“, sagt Jürgen Pfaffmann. Es ist Sonntag, etwa halb zwölf, und das Zelt ist wieder voll. Beim erstmals angebotenen Frühstücksbuffet war der Andrang zuvor überschaubar. Aber da blieben die Weinstände auch geschlossen. Pfaffmann ist zufrieden mit dem Besuch in Hasbergen. „Gestern war ganz anderes Publikum da als am Freitag. Mehr die Genießer. Da brauchte man auch keinen Ordnungsdienst“, lobt der Pfälzer. „Die jungen Leute am Freitag haben ja den Wein getrunken wie Bier.“ Immerhin gut für den Umsatz.
Der sollte auch an diesem Sonntag gesichert sein. „Wir unterbrechen kurz, sonst kommen wir mit den Weinständen nicht durch“, sagt Claus Cronemeyer von „JazzKammerGut“. Die Truppe hat sich vor Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff mit Schlagersänger Peter Petrel verbündet. Gemeinsam spielt man seitdem Jazz und Swing, der direkt in den Fuß geht. Das Publikum ist begeistert. Derweil gehen Petra Fornol und Fritz Fischer eine schwarz-grüne Koalition auf Zeit ein: Sie verkaufen Lose für die Reise-Tombola.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 31.05.2011
Erfahrung ist die halbe Miete
hpet Hasbergen
Hasbergen. „Und nun allen ein Gut Blatt!“ Soeben hat Horst Niendieker das Doppelkopfturnier anlässlich der 1175-Jahr-Feier in Hasbergen eröffnet. Der Sozialverband hat eingeladen, und 92 Teilnehmer sind gekommen. Sie bereiten sich gerade im Festzelt am Tomblaineplatz mental auf die Partien vor und streben schließlich zu ihren Tischen.

Doppelkopfturnier anlässlich der 1175-Jahr-Feier in Hasbergen. Foto: Alexander von Möller
Sie haben einiges zu verdauen, denn soeben hat Spielleiter Helmut Ahlemeyer einen knapp zehnminütigen Regel-Crash-Kurs abgehalten. Seine Regeln gelten, da gibt es keine Kompromisse, das wird deutlich. Da kann sich der ein oder andere noch so darüber wundern, dass selbst eine „gefangene“ Kreuz-Dame Extrapunkte gibt.
Es geht an die Tische und los. An den Tischen sitzt lokale Prominenz (Bad Iburgs Bürgermeister Drago Jurak und Hasbergens Finanzchef Jürgen Klein) neben weit gereisten Topspielern, etwa aus Alfhausen. Gespielt werden zweimal 20 Runden. Mitten in der ersten Runde ertönt die durchdringende Stimme von Helmut Ahlemeyer über das Mikrofon. Er sei gerade mal um die Tische gegangen, und was er da gesehen habe, sei nicht schön. Viele Schreiber notieren Plus und Minus, ein Kardinalfehler! „Wie soll ich das denn nachher wieder alles auseinanderrechnen?“, fragt Ahlemeyer vorwurfsvoll. Hektisch suchen die Teilnehmer nach neuen Zetteln, machen aus Minus Plus und fahren mit dem Spiel fort.
Nach rund einer Stunde versammeln sich die schnellsten Gruppen um die Tränke, nachdem sie Ahlemeyer ihr Ergebnis übermittelt haben. Andere haben es anscheinend nicht so eilig. Schließlich, gegen 21 Uhr, sind alle durch, und es werden die Paarungen für die zweite Runde ausgelost. Neue Mitspieler, neues Glück – oder Pech. „Deine Punkte musst du nicht mehr durchgeben.“ Einer der jüngeren Teilnehmer bekommt die harte Realität von seinem erfahrenen Tischnachbarn ins Gesicht.
Ein Gutes hat es, außerhalb der Reichweite der Fleischtöpfe zu sein: Das Warten auf die Ergebnisse wird weniger stressig. Es ist halb zwölf, als Ahlemeyer die Gewinner aufruft – vom 21. Platz rückwärts. Die ersten bekommen Schluck, die nächsten die Jubiläumswurst in Hüggelzwergenformat. Für die Top Drei hat sich das Warten auf jeden Fall gelohnt: 100 Euro gehen an Wolfgang Kinzer für den 1. Platz, Zweiter wird Hans-Jürgen Köwener (75 Euro), Dritter Heinrich Morgret (50 Euro). Beim Anblick des Podiums beschleicht einen der Verdacht: Erfahrung ist beim Doppelkopf die halbe Miete.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 30.05.2011
So klingt Hasbergen
pm/hpet Hasbergen
Hasbergen. Heute feiert Hasbergen den Tag der Musik. Alles, was in der Hüggelgemeinde singen und Instrumente spielen kann, ist aufgerufen, sich auf der Bühne im Festzelt am Tomblaine-Platz zu präsentieren. Gereicht hat es sogar für zwei Veranstaltungen: Nachmittags dürfen die Jungen ran, abends die Erwachsenen.

Der Kinderchor „Ton in Ton“ mit Leiterin Juliya Shvets (links) hat heute beim Tag der Musik seinen ersten großen Auftritt. Foto: Chorgemeinschaft Gaste-Hasbergen
„Wir wollten die musikalische Vielfalt im Ort zeigen“, sagt Dr. Friedrich Fischer, stellvertretender Bürgermeister und verantwortlich für die Zusammenstellung des Programms. Deshalb habe man weitgehend auf Musiker aus Hasbergen zurückgegriffen. Und weitgehend auch nur deshalb, weil zum Beispiel beim Querflötenensemble Hasbergen-GMHütte, das aus der Jugendmusikschule hervorgeht, Hasberger und Nicht-Hasberger mitspielen.
Der Nachmittag: Mit der Darbietung des Querflötenensembles beginnt heute um 17 Uhr die „Junge Musik in Hasbergen“. Danach gibt es eine Premiere: den ersten öffentlichen Auftritt des Kinderchors „Ton in Ton“ der Chorgemeinschaft Gaste-Hasbergen unter Leitung von Juliya Shvets. Sie singen das Lied der Hüggelzwerge. Neben dem Schulchor der Hüggelschule präsentiert sich auch die Chorgruppe Hasbergen aus dem Osnabrücker Domchor, Letzterer mit Liedern von James Krüss, aber auch sehr anspruchsvollen klassischen Liedern.
Musik und Bewegung vereint der Auftritt der Tanzformationen „The black Flames“ und „Fame“ der Schule am Roten Berg.
Den zweiten Teil bestreitet nach einer kurzen Pause dann allein die Big Band der Kreismusikschule mit ihrem 40-minütigen Programm „Bajazzo“.
Der Abend: Die Chorgemeinschaft Gaste-Hasbergen ist auch bei der Abendveranstaltung „So klingt’s am Hüggel“ (ab 20 Uhr) prominent vertreten. Dann tragen der Gemischte Chor und der Männerchor zum Programm bei. Wie schon am Nachmittag gilt für den Abend: Gesang und Instrumente gibt es nach Möglichkeit in Kombination zu hören.
Weitere Protagonisten des Abends: der Kirchenchor St. Josef, ein Trompetenensemble, bestehend aus Marc und Jens Schröer und Ulrich Tobatzsch, und ein Duo mit Klavier und Gesang (Anna-Luise und Nicolai Strauch). Die beiden haben sich vorgenommen, ihre Darbietung mit einer gehörigen Portion Humor zu würzen. Aber Abwechslung wird auch bei allen anderen Bühnenakteuren großgeschrieben. Das heißt: Neben Klassik kommen auch das Volkstümliche und das Moderne nicht zu kurz.
Gegen Ende des Abends wird auch das Publikum gefordert: Gemeinsam mit den Chören singt es das von Alt-Bürgermeister Günter Fischer getextete „Mein Hasbergen“.
Im Anschluss und zum Abschluss gibt der dem Plattdeutschen zugetane Pottbäcker Bernd Niehenke mit seiner Combo Kostproben seines musikalischen Schaffens.
Die Chorgemeinschaft weist noch darauf hin, dass sie den „ökumenischen Feldgottesdienst“ am Samstag, 4. Juni, um 10.30 Uhr auf dem Festplatz am Hof Gösmann mitgestalten wird.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 02.06.2011
Herr Kaiser ist Kaiser von Hasbergen
hpet Hasbergen
Hasbergen. Eine Gemeinde ist die Summe von Vereinen, Gewerbetreibenden, Kirche, Verwaltung und Bewohnern. All diese Akteure kamen am Mittwochabend beim offiziellen Festakt der Hasberger Jubiläumswoche zu ihrem Recht.

Den Zunftbaum an der Ecke Tecklenburger Straße/Feuerwache übergab der Gewerbeverein am Mittwochabend der Gemeinde.
Wie ein Weihnachtsbaum ragt das 9,50 Meter hohe Metallgestell an der Ecke Feuerwache/Tecklenburger Straße in den Himmel. Statt Nadeln und Tannenzapfen trägt es die Wappen der in Hasbergen beheimateten Zünfte. Maler, Maurer und Metallarbeiter sind dort genauso vertreten wie Friseur, Fleischer, Landmaschinenbauer und einige mehr. Im spärlichen Schatten des Baumes steht Detlef Grüter, Vorsitzender des örtlichen Gewerbevereins. „Diesen Baum haben wir in Eigenarbeit hergestellt“, sagt er und übergibt ihn symbolisch in die Obhut von Bürgermeister Frank Stiller. Die Gemeinde ist fortan für seine Unterhaltung zuständig. Deshalb zeigt sich der Verwaltungschef besonders dankbar dafür, dass das Eisen von innen und außen gegen Verfall verzinkt ist.
Ein paar Meter und Minuten weiter am Tomblaineplatz: Rund 350 geladene Gäste bevölkern das Zelt, in dem der Festakt beginnt. Stiller führt durch die Geschichte Hasbergens und räumt stichhaltig mit den Gerüchten auf, Hasbergen sei wohlmöglich gar nicht genau 1175 Jahre alt. Schließlich habe die ganze Gemeinde vor 25 Jahren die 1150-Jahr-Feier bestritten. „Und der Irrtum vieler schafft Recht.“
Für die lustigen Seiten des Abends ist Landrat Manfred Hugo zuständig. Zunächst plaudert er am Mikrofon über die Nöte seiner Frau mit seinem baldigen Ruhestand, dann bezichtigt er Bischof Benno der Geschichtsfälschung (wieder geht es um Gründungsdaten von Gemeinden), und schließlich beschwert er sich, dass er unter Alt-Bürgermeister Günter Fischer zu so einem Anlass statt Cola wenigstens einen zünftigen Lockstedter bekommen hätte.
Ein wenig ernsthafter geht es bei der Versteigerung der limitierten Hüggelgeistflaschen aus der Töpferei Niehenke zu. Die Nummern 10 bis 1 bringt Stiller im Namen des Kultur- und Verkehrsvereins unters geladene Volk. Der Erlös (745 Euro) geht an die Hasberger Kindergärten.
Verse über die Hüggelzwerge hat Wolfgang Stahlmann gedichtet. Vorgetragen werden sie nahezu fehlerfrei von den Grundschülern der Hüggelschule und der Grundschule Gaste. Fazit: „Lasst sie in Ruhe und stört sie nicht, das bezweckt am Ende unser Gedicht.“
Bevor das Blasorchester Frohsinn Riesenbeck endgültig das Kommando für den Rest des Abends übernimmt, beschließt eine ganz besondere Ehrung den offiziellen Teil: die des Gemeindekaisers. Die 16 früheren und amtierenden Schützenkönige der drei ortsansässigen Vereine haben ihn unter sich ausgeschossen. Gewonnen hat ein echter Kaiser: Wilhelm Kaiser von der Schützengesellschaft Hasbergen. Er darf den Titel nun 25 Jahre lang tragen – bis zum nächsten Jubiläum.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 03.06.2011
Sechste Jahreszeit in Hasbergen
hpet Hasbergen
Hasbergen. In Hasbergen gibt es seit Donnerstagabend eine sechste Jahreszeit. Die Karnevalisten des Schützenvereins Ohrbeck bestritten mit den Höhepunkten aus ihrem närrischen Programm die „Nacht der Comedians“ im Alleingang. Das funktioniert auch nach dem Aschermittwoch. Das Zelt war voll, die Besucher gut gelaunt.

Die Tücken eines Theater-Abos vermittelte Guido Loheider zum Auftakt der „Nacht der Comedians“ im Festzelt auf dem Gelände des Hofes Gösmann. Foto: Hermann Pentermann
Es war kurz vor acht, als etwas verspätet der komödiantische Teil des Abends eröffnet wurde. Zuvor hatten die Band „Odyssee“ und ein engagierter Solotänzer auf der ansonsten leeren Tanzfläche das noch spärlich besetzte Zelt unterhalten.
Bauer Johann legte als Moderator die Messlatte für das Witze-Niveau geschickt so tief, dass fortan die Hauptakteure gar kein Problem hatten, sie zu überspringen. Zunächst gelang dies Guido Loheider, der auf die Tücken eines Theater-Abonnements hinwies. In Reimform beklagte er sich über nicht enden wollende Sterbeszenen und dicke Damen und Herren, die sich auf der Opernbühne gegenseitig ansingen. Um eine Erkenntnis ist er aber nun reicher: Seitdem er einen Balletttänzer einen eingesprungenen Spagat habe vollbringen sehen, weiß er, warum es Nussknacker-Suite heißt.
Hatte Loheider noch wenig Publikum, so tobte bei den drei windschiefen Tenören Carsten Wagner, Kim Teutenberg und Christian Baranowski bereits ein gut gefüllter Saal. Das änderte sich auch nicht bei den darauf folgenden Auftritten der Hüggelzwerge, der knackenden Knochen und des 60-Tonnen-Balletts. Mit dem viel umjubelten Feuerwerk endete das Programm. Die Party aber ging für einige bis zum Sonnenaufgang.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 03.06.2011
Großes Jubiläumsfest in Hasbergen
hpet Hasbergen
Hasbergen. Hasbergen ist überregional bekannt für die Erholungsoase Freizeitland, den Landtechnikhersteller Amazone und als Schlafstatt für die arbeitende Bevölkerung Osnabrücks. Das soll sich nach diesem langen Jubiläumswochenende ändern. Denn Hasbergen wird 1175 Jahre alt. Und das Osnabrücker Land soll sehen, dass die Hüggelgemeinde auch ein riesiges Fest auf die Beine stellen kann.

Fünf Hektar voller Leben: Schon am Donnerstag war das Feier-Gelände im Ortskern von Hasbergen Ziel vieler Vatertagsausflügler. Vorne der mittelalterliche Markt, hinten links die Trecker.Foto: Hermann Pentermann
An zwei Feierstellen im Ortskern rund um Tecklenburger Straße und Schulstraße gibt es seit Donnerstag Programm: auf dem Tomblaineplatz, wo die Hasberger schon seit dem Weinfest am vergangenen Wochenende kontinuierlich auf ihr Wohl und das ihrer Heimat anstoßen. Und auf dem weitläufigen Gelände des Hofes Gösmann. Das fünf Hektar große Areal ist am Himmelfahrtstag eröffnet worden, um des Besucherstroms Herr zu werden.
Alles ist bereitet: Das Wetter spielt allen Vorhersagen nach mit, und das Angebot – inklusive Biergarten, Ponyreiten, offenem Gartentor beim Hof Gösmann und riesiger Piraten-Hüpfburg – ist so vielfältig, dass hier nur die absoluten Höhepunkte genannt werden können.
Mittelalterlicher Markt: Für vier Tage wird Hasbergen der Lebensmittelpunkt für die Mittelalterfreunde der Region sein. Mehr als 30 Zelte stehen auf dem Gelände des Hofes Gösmann. Darin und davor wird Brot gebacken, Schwein gegrillt und Met ausgeschenkt. Zwischendurch werden Schwertkämpfe ausgefochten, Sklaven gehandelt und Gerichtsverhandlungen abgehalten.
Traktorentreffen: Für 250 Traktoren steht schon die feste Zusage. Am Donnerstag sind bereits die ersten knapp 200 angereist. Zusätzlich gibt es eine Ausstellung früherer Techniken, und die Firma Amazone zeigt mit ihren Hightech-Produkten, was heute in der Landwirtschaft möglich ist. Aber das Angebot geht weit über das bloße Zuschauen hinaus. Action verspricht das Baumstammziehen, die Traktorwippe und eine ganz neue Sportart, die vor allem Kinder begeistern sollte: Acker-Surfen. Hier werden Mutige auf einem Teppich festgeschnallt und hinter einem Traktor hergezogen.
Dampflokfahrt: Der Hüggel-Express nimmt am Samstag und Sonntag Fahrt auf. Dann können die Besucher von 10 bis 18 Uhr mit Dampf- und Diesellok jeweils zur vollen Stunde die Bahnstrecke von Hasbergen in Richtung Georgsmarienhütte kennenlernen, wo sonst nur die Züge des Stahlwerks fahren.
Bühnen-Programm: Zu drei Außenbühnen kommen noch zwei in den Zelten. Vor allem am Wochenende gibt es ein beinahe lückenloses Musik-Angebot. Zwei Höhepunkte an den Nachmittagen: die Kinderband „Jojos“ (Samstag, 15 Uhr, Tomblaineplatz) und die Meistertänzer von Kerstin Albrecht (Samstag, 16 Uhr, Festplatz Gösmann).
Am frühen Freitagabend beginnen die drei mittelalterlichen Bands „Krabauter“ „Duivelspack“ und „Forum Porcina“ (ab 18.45 Uhr, Eintritt 6 Euro). Den Abend bestreiten „Dirty Deeds“ mit Cover-Versionen ihrer Idole von „AC/DC“ (ab 20 Uhr, danach Disco). Samstagabend (ab 20 Uhr) tritt die vom Hamburger Fischmarkt bekannte Showband „McCreams“ auf mit Songs von Achim Reichel bis ZZ Top im Gepäck.
Für Fußball-Fans: Das Länderspiel am Freitag wird per Beamer übertragen.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 03.06.2011
Jubiläumsfeier in Hasbergen:Testlauf mit kleinen Fehlern
hpet Hasbergen
Hasbergen. Der Vatertag als Testlauf für den großen Andrang am Wochenende. So hatten es die Organisatoren des Festes zum Jubiläum 1175 Jahre Hasbergen vorgesehen. Fazit: Das meiste hat geklappt, aber einiges ist verbesserungswürdig.
Sonne, herrliche Temperaturen: Der Festplatz am Hof Gösmann war gut besucht, verträgt aber noch wesentlich mehr. Doch schon am Donnerstag lief nicht alles glatt. Einige Besucher beklagten sich darüber, auf der Suche nach einem Parkplatz zunächst den Schildern zum Treckertreffen gefolgt zu sein, nur um dann von Offiziellen umgeleitet zu werden. Gar keine Informationen über die Parkplatzsituation hatten zwei mit Warnwesten ausgestattete junge Herren, die über die Einfahrt zum Hof Gösmann wachten.
Ein weiteres Problem: die Stromversorgung. Die hatte am Donnerstag einige Aussetzer. „Es ist mehr los, als einige dachten“, meinte Co-Organisator Fred Scheile dazu. Leidtragende waren vorübergehend die Kinder auf der Piratenhüpfburg. Urplötzlich ging dem Boot die Luft aus, die Kinder befanden sich quasi in Seenot und mussten aus dem sinkenden „Wrack“ geborgen werden.
Nachdem nun aber zwei Notstromaggregate und ein großes Ersatzaggregat zur Verfügung stehen, sei so etwas ausgeschlossen, versichert Scheile.
Um des Verkehrsaufkommens am Wochenende Herr zu werden, wird die Feuerwehr am Wochenende ein eigenes Verkehrsleitsystem etablieren. Zunächst sollen die zentrumsnahen Parkplätze voll werden, also Bahnhof (einschließlich des Geländes bis zum alten Freibad), Pferdewiese an der Ecke Schulstraße/Berliner Straße sowie die Plätze an der Schule am Roten Berg. Geplant ist: Sobald ein Parkplatz voll ist, weisen die Einsatzkräfte an dessen Eingang den Weg zum nächsten freien. Später sollen dann Schilder diese Funktion übernehmen.
Weitere Parkplätze befinden sich hinter der Freizeitlandhalle und den vorgelagerten Verbrauchermärkten Jibi und Netto, am Naturbad und – sollte der Andrang noch größer sein – an den Amazonenwerken in Gaste und an der Straße Haslage. Von diesen Stellen aus soll ein Shuttle-Verkehr zum Festplatz eingerichtet werden.
Trotz der Kapazitäten appelliert Ordnungsamtsleiter Rolf Neyer an die Besucher, wenn irgend möglich mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Westfalenbahn hält stündlich am Bahnhof und somit in direkter Festnähe. Außerdem fahren die Busse aus Osnabrück planmäßig. Einzige Einschränkung: Die Linie 493 fährt nur bis zum Kreisel an den Verbrauchermärkten, dreht dort und nimmt dann die wieder die L89 Richtung Hagen.
Der Grund: Im Ortskern wird die Schulstraße von der Tecklenburger Straße bis zur Berliner Straße für das Straßenfest gesperrt. Außerdem wird die Tecklenburger Straße von Einmündung Schulstraße bis zur Feuerwache einspurig gesperrt.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 05.05.2011
Mit Dampf und Diesel zum Stahlwerk
hpet Hasbergen
Hasbergen. Als „Königin der Schienen“ bezeichnen sie einige: Die Dampflok 78468 schaut am 4. und 5. Juni bei der Hasberger 1175-Jahr-Feier vorbei. Der Verein Eisenbahn-Tradition aus Lengerich schickt die Lok, früher auch Preußische T18 genannt, zum Fest. Sie wird – zusammen mit einer Diesellok und mehreren Waggons – zwischen Hasbergen und Georgsmarienhütte pendeln.

Königin der Schienen wird die Dampflok 78468 aus dem Jahr 1923 genannt. Fotos: Michael Kastel
Die Lokomotive 78468, von Kennern schlicht „die 78“ genannt, wurde im Jahr 1923 gebaut und war im Einsatz der damaligen Preußischen Staatsbahn. Mit ihren 1140 PS kann sie es auf bis zu 100 km/h bringen.
Doch wenn sich die Fahrgäste auf dem Hüggelbahnhof am Hof Gösmann in die Waggons setzen, dann müssen sie keine Angst haben, auf dem Weg zum Stahlwerk nach GMHütte aus der Kurve zu fliegen. „Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke ist 50 km/h“, sagt Jörg Börger, Vorsitzender des Vereins Eisenbahn-Tradition. „Es wird in beide Richtungen gemütlich.“
Auf dem Weg zurück des rund 50-minütigen Ausflugs in frühere Bahnzeiten übernimmt die Diesellok V36, Baujahr 1950, aus der Fertigung von MAK in Kiel. Sie hängt auf dem Hinweg hinter den (wahrscheinlich sieben) Personenwaggons inkl. Bewirtschaftung. Dies erspart komplizierte und zeitraubende Wendemanöver.
So sind die Lokführer in der Lage, die Strecke jeweils neunmal am Tag hinter sich zu bringen. Geplant sind an beiden Tagen Abfahrten von 10 Uhr morgens an bis 18 Uhr, jeweils zur vollen Stunde.
Der Personenverkehr zwischen Münster und Osnabrück wird durch die Dampflokfahrten übrigens nicht gestört. Sie finden ausschließlich auf den Gleisen der ehemaligen Hüttenbahn statt. Allerdings geht der Dank der Gemeinde an das Stahlwerk Georgsmarienhütte. Denn normalerweise würde die Strecke auch am Wochenende für den Schrotttransport zum Werk genutzt.
Karten für die Dampflokfahrten (5 Euro für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder) gibt es bereits jetzt bei der Gemeinde Hasbergen, Martin-Luther-Straße 12, Tel. 05405/502-201, E-Mail: neyer@gemeinde-hasbergen.de. Sie sind aber auch an der Tageskasse erhältlich.
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Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung
Veröffentlicht am: 05.06.2011
Bei der Jubiläumsfeier strahlt ganz Hasbergen: Es war Sommer
hpet Hasbergen
Hasbergen. Die Hasberger müssen Freunde in ganz hohen Positionen haben: Wolkenloser Himmel, sommerliche Temperaturen – besser hätten die Bedingungen für die 1175-Jahr-Feier nicht sein können. Ein Rückblick auf vier Tage Urlaubsstimmung am Hüggel.

Beschaulich, bunt und bestens beleuchtet: der Festplatz bei der Jubiläumsfeier in Hasbergen. Im Vordergrund der mittelalterliche Markt. Foto: Egmont Seiler

Foto: Pentermann
Der kleinste Treckerfahrer: Sein Name ist Jan-Ole, er ist sieben Jahre alt, kommt aus Hesepe und ist eigentlich ständig auf dem Feld unterwegs. Mit seinem Rasenmähertrecker kutschiert er viele Kinder kreuz und quer über die Wiese. Gerade sitzt Torben (fast fünf) hinten drauf. Wo Torben herkommt? „Aus Deutschland“, sagt er.
Foto: Pentermann
Motorisierte Schubkarre: Ein bisschen älter als Jan-Ole ist Reinhold Plogmann. Der 80-jährige Hasberger schaut mit einer Schubkarre Marke Eigenbau vorbei: mit Lenker, gepolstertem Sitz und Antrieb aus dem Kindermotorrad (50 Kubik, 3 PS). Plogmann: „So kann ich jetzt das Brennholz ins Haus fahren.“
Foto: Pentermann
Mercedes, Porsche, Pampa: Das sind nur drei von vielen Trecker-Oldtimern, die in Hasbergen vertreten waren. Der Pampa kommt übrigens aus Argentinien, ist aber ein Nachbau des Lanz Bulldog.
Undercover Camping: Das ist nicht nur der Titel eines Manfred-Krug-Tatorts. Es wurde auch in Hasbergen betrieben. Sascha und Sandra Krecke aus Bramsche haben es sich auf Gösmanns Wiesen mit ihrer Familie bequem gemacht. Hinter vier Campingwagen, die gleich einer Wagenburg angeordnet sind, haben sie ihr eigenes kleines Reich erschaffen, mit Gartenstühlen, Sonnenschirm und einem Planschbecken im Zentrum. Und warum jetzt undercover? Sabine Krecke gesteht: Sie haben gar keinen Traktor, und der Camper ist auch nur geliehen.
Ein bisschen Anarchie: Mehr als 250 Trecker sollen es gewesen sein. Wer sich mal ans Zählen gemacht hat, kam aber lange nicht auf diese Summe. Wieder mal die übliche Übertreibung der Organisatoren? Vielleicht nicht. Denn wer seinen Trecker liebt, gönnt ihm auch ein bisschen Auslauf. Gerne auch zu zweit oder zu dritt, damit das Leben der anderen Verkehrsteilnehmer mal etwas entschleunigt wird.
Foto: Seiler
Kein Bauchtanz: Ihre Bäuche sind frei, sie schwingen die Hüften, aber nein: Die sechs Damen auf dem mittelalterlichen Markt sind keine Bauchtänzerinnen! Sie nennen sich „Tribalicious“ und betreiben Tribe Style Dance.
„Seid gegrüßt“: Ja, so reden die Männer und Frauen im Mittelalter – oder zumindest die Männer und Frauen im mittelalterlichen Markt. Marktdeutsch nennt es Janine Marban Reit, die „Magd“ von Jörg Urban. Das Paar organisiert die Zeltstadt und schlüpft regelmäßig in die Rollen aus früherer Zeit. Zu Hause gehe man aber normal miteinander um, sagt Marban Reit. „Die Sprache legst du mit der Gewandung an, man legt sie aber auch wieder ab.“ Nun denn: Gehabt euch wohl.
Foto: Seiler
Das Mittelalter rockt: Freitagabend, im Festzelt bläst gerade die AC/DC-Cover-Truppe „Dirty Deeds“ beim Sound-Check den Staub aus den Lautsprechern, da diktiert uns Pjotr L. Breslauer von der Band „Krabauter“ mit gar köstlichen Worten, was die Zuhörer beim Konzert auf dem mittelalterlichen Markt erwartet. Die Instrumente? „Sackpfeife (schreib nicht Dudelsack!), Schalmeien, Krummhörner und allerlei Schlagwerk.“ Die Musik? „Wir singen Walther von der Vogelweide (Walther bitte mit th!) und Stücklein aus den Carmina Burana.“ Und die Bands? „Krabauter präsentiert zarte Spielmannskunst, Forum Porcina laute Sackpfeifen und Duivelspack komödiantische Darbietungen.“ Und genauso kommt es. Schön war’s!
Unter Dampf: Kenner nennen sie die 78468 oder Preußische T18. Für den kleinen Passagier auf der Holzbank nebenan ist sie „Emma“. Und „Lukas“, der Lokomotivführer, schippt noch ein paar Kohlen nach. Es geht zum Stahlwerk Georgsmarienhütte, vorbei am mächtigen Augustaschacht, mitten durch Holzhausen und unter Anteilnahme winkender Schienengäste. Viele zücken auch die Fotoapparate. Man ist Teil einer Attraktion.
Foto: Osterfeld
Tomblaineplatz: In der Freude über das groß(artig)e Areal am Hof Gösmann könnte man fast den Tomblaineplatz vergessen. Doch auch dort wird eine Menge geboten. Das örtliche Gewerbe präsentiert sich mit vielen Mitmachaktionen. Geschminkt werden hier ausnahmsweise auch die Erwachsenen. Vor dem Zelt wird es kribbelig. Mutige lassen sich von einem Kran 20 Meter in die Höhe ziehen, um einen Blick über Hasbergen zu haben. Noch Mutigere steigen in das Auto, über das die Polizei wacht, und proben am Simulator den Überschlag. Bitte nicht zu Hause nachmachen!
Foto: Osterfeld
Umgezogen: Statt „helau“ heißt es „Mahlzeit“, als sich – angeführt von Bürgermeister Frank Stiller – der Festumzug in Bewegung setzt. Alles, was in Hasbergen in Verein, Verband und anderen Ämtern und Würden organisiert ist, schlendert aus Ohrbeck in Richtung Festmittelpunkt. Und Kamelle gibt’s auch!
Der Star ist die Wiese: Ein Satz, den man selbst von Ur-Hasbergern immer wieder hörte: „Ich wusste gar nicht, dass hier noch so viel Platz ist.“ Gemeint waren die fünf Hektar, auf denen selbst Festzelt, Futterbuden und Hunderte Trecker merkwürdig klein wirkten. Eigentümerin der Fläche ist Karin Gösmann, die – zusammen mit dem Pächter – ihr Okay für das Fest gegeben hatte. Sie selbst lud zum Wandeln und Wandern durch ihren 5000 Quadratmeter großen Garten ein. „Toll“ fand Gösmann die Veranstaltung.
Und schon gibt es Begehrlichkeiten. Warum nicht auch das Schützenfest auf Gösmanns Wiesen stattfinden lassen?! Die Inhaberin bremst: Abwarten.
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